Befreiungshalle, Kloster Weltenburg und Donaudurchbruch

Vorsicht: Überlänge!! Wasser oder Kaffee bereitstellen und Schokolade rausholen ;)

  

Vom 25.05 auf den 26.05 hatte ich kurz vor Regensburg auf einer alten Brücke übernachtet, welche zu einer kleinen Insel führte (auf der mir das Gras aber etwas zu wild und uneben für mein Zelt wuchs). Außerdem hatte die Brücke ihren eigenen Charme ;) Über Nacht hatte ich dann aber eine Seite des Zeltes komplett offen und alle Taschen auf der anderen Seite; falls sie wegen meinem Federgewicht eingebrochen wäre…

Am 26.05 ging es nach Regensburg rein, um die zweite Impfung gegen Japanische Enzephalitis abzuholen. Ich konnte netterweise mein Rad in den Lieferantenbereich der Apotheke stellen und mir oben im Haus gleich die Spritze geben lassen. Da ich Impfungen gut vertrage, hatte ich keine Bedenken an dem Tag noch Rad zu fahren. Ich habe auch gleich Tipps bekommen, was es sich noch lohnt anzuschauen und wo sich der Biergarten der Wahl für die Siesta befindet.

 

Somit ging es von Regensburg auf dem Donauradweg nach Kelheim. Der Donauradweg ist ein Traum in Asphalt: man kann das Bike richtig gut rollen lassen, die Strecke ist gut einzusehen, man fährt an der Donau entlang und hat ab und zu ein paar schöne Felsen und kleinere Badstellen an der Seite. Er ist dadurch natürlich auch etwas höher frequentiert, was aber an sich kein Nachteil war. Ist halt einfach eine Radautobahn!! 

Ein Pärchen hab ich dann noch angesprochen und sie haben auch mal wieder ein Foto von mir mit ihren Rädern gemacht. 

Und hier mal eine größere Gruppe in Video und Ton. Etwas zu viel SERVUS; tut mir leid aber war einfach zu gut drauf ;)

Auf dem Weg nach Kelheim fiel mir dieses komische Gebäude oben aufm Hügel auf.

Ich hatte auf dem Radweg dann gleich mal ein jüngeres türkisches Pärchen angesprochen, ob das den eine Moschee sei!?? Wegen dem blau schimmernden Dach… aber eigentlich ne Schnapsfrage: wer würde das in Deutschland insbesondere Bayern erlauben; dann noch in so exponierter Lage :D Sie wussten gleich das es die Befreiungshalle ist und wie ich am besten hochfahren könnte. Da seine Freundin mit Kopftuch unterwegs war (bei der Hitz!) hab ich mich gleich mal erkundigt, was ich bei einem Moscheebesuch später mal beachten muss: Schuhe aus, Socken an ist ok, lange Kleidung (bedeckte Beine und Arme). Von daher hatte sich das kurze Ansprechen dann gleich doppelt gelohnt J

In Kelheim ging es dann kurz zur Touristeninfo und weiter in den Anstieg zur Befreiungshalle. Ich hatte mir etwas härtere Musik auf die Ohren gelegt und damit ging es gut voran. Oft im Schatten und insgesamt ein überschaubarer Anstieg. Irgendwie war ich dann so euphorisiert wie gut es lief, dass ich meine Freude einfach mitten in die unberührte Natur reingeschriehen habe ;) Musste einfach raus. Wunderschöner Sonnenschein der durch die grünen Blätter der Bäume auf die Straße fiel und kein Auto da. Einfach ein schöner Moment!! Oben dann Rad obligatorisch anschließen: man kann immer meine Vorderradtaschen, Zelt, Campingstuhl und Regensachen klauen, wenn man den wollte. Die Befreiungshalle hat mir dann sehr gut gefallen. Schön kühl, nicht zu überlaufen (kommen wir später noch zu) und ein tolles imposantes Gesamtbild. Ach ja und ein Foto von mir hab ich auch mal hinbekommen ;) Wikipedia sagt zur Befreiungshalle: Errichtet wurde die Befreiungshalle im Andenken an die gewonnen Schlachten gegen Napoleon während der Befreiungskriege in den Jahren von 1813 bis 1815. Zur meiner Verteidigung: Viele der Schrifttafeln zur den Erklärungen des Denkmals standen draußen in der Sonne, außerdem habe ich immer Schiss um mein Fahrrad auch wenn es bestmöglich abgeschlossen ist und mich interessiert auch mehr das Gesamtbild, die Stimmung, die Architektur von Gebäuden und Figuren als immer 100% der Hintergrundgeschichte. Der weiße Marmor aus Tirol mit dem die Siegesgöttinnen gemacht wurden, hat mir zum Beispiel mal wieder richtig gut gefallen (Wikipedia).

Dann ging es etwas durch den Wald und zu einer kleinen Fähre hinunter. Dort konnte man für 2€ mit Rad zum Kloster Weltenburg übersetzen. Die Aussicht allein von der Anlegestelle war schon so schön, dass ich erstmal Bilder und Videos gemacht habe, ehe ich dann auch übergesetzt bin. 

Als ich in das Kloster Weltenburg dann rein bin, konnte ich sehen welcher Wochentag war: Freitag nach dem Männertag!! Es war unglaublich voll. Die nächsten 4-5h die ich da war! Ich hab mein Rad dann abgestellt und mich in direkter Sichtlinie dazu an einen Tisch im Biergarten gesetzt. Der Biergarten füllte den gesamten Innenhof des Klosters aus und hatte groß gewachsene Kastanienbäume als Schattenspender. Insgesamt habe ich in den Nachfolgenden 4-5h wieder 3 Gruppen kennengelernt ;) Gleich am Anfang sahs ich direkt neben einer Oma und Opa. Recht aufdringlich sogar an der Kopfspitze des Tisches und der Opa links und die Oma rechts neben mir; aber es war halt übel voll und ich musste das Rad im Blick haben. Naja nach ein paar Minuten kamen wir dann ins Gespräch (sie waren gerade am Essen) als sie das Fahrrad gesehen hatten und mal etwas nachgefragt haben. Sie fanden es cool und die Oma meinte: Mach das ruhig solange du noch gesund bist oder wenn nicht jetzt, wann dann!? J Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie mich auf mein Radler eingeladen haben. Bei der ganzen Sonne auf meinem Kopf weiß man das irgendwann nicht mehr… Danach kam ein bunter Kegelclub aus Sachsen an meinen und den nebenstehenden Tisch. Auch mit denen kam ich natürlich ins Gespräch und mir wurden schon die Töchter angeboten. Aber bei Ü40 wussten sie schon selbst, dass das vielleicht nicht ganz meine Jagdgruppe ist :D Ich hab Ihnen die Internetseite gegeben und noch viel gequatscht. Das Interesse war so hoch, dass ich doch nach der Reise mal auf einen Vortrag vorbeikommen sollte. Ich fand die Idee ganz cool und hab Interesse bekundet. Am Ende haben sie dann ihre Getränke bezahlt und eine Dame hatte noch ein Freigetränk-Gutschein vom Schiff dabei, was sie zum Kloster gebracht hatte. Das konnte man aber nicht im Biergarten einlösen und sie sind später weitergewandert. Ich hab die Chance genutzt und den Gutschein für den Reiseleiter gegen die Zusage, dass ich nach der Radreise auf einen Vortrag vorbeikomme, eingetauscht ;) Anschließend war der Tisch wieder frei, eine Familie kam noch vorbei mit ich aber nicht recht ins Gespräch gekommen bin; kein Ding. Dann hab ich zwei Reiseradler gesehen, die auch mit viel Gepäck unterwegs waren und sich neben mein Rad gestellt haben. Bei mir waren noch 2 Plätze frei und ich bin direkt mal hingegangen und hab gesagt, dass ich dort sitze, noch 2 Plätze frei hab oder sie sich ruhig erstmal das Kloster anschauen könnten und ich derweil mit auf die Räder aufpasse, weil ich noch länger da bin. Das fanden sie ganz goldig und sind gleich mit an den Platz gekommen, weil der Durst drückte. Gefühlt waren es in der Sonne an dem Tag 35°C und nur im Schatten etwas erträglicher. Auch wir haben uns gut unterhalten, ich denke auch ein Radler ausgegeben bekommen und uns von den Reisen erzählt. Dann sind sie zuerst ins Kloster rein und ich hab auf die Räder aufgepasst und dann umgekehrt. Anschließend sind sie weitergeradelt und ich bin ein paar Minuten später auch Richtung Schiffsanlegestelle losgefahren. Ich hatte ja noch den Gutschein für das Freigetränk ;) 

Als Fahrradfahrer durfte ich an der ganzen langen Schlange bei der Anlegestelle vorbei und hab die Chance gleich für ein paar schöne Fotos genutzt. Das Schiff fuhr dann später durch den malerischen Donaudurchbruch. Wikipedia sagt: Das Gebiet wurde bereits 1840 unter Ludwig I. als Naturdenkmal ausgewiesen. Kurz vor dem Anlegen des Schiffes habe ich dann auch noch eine Familie mit Sohnemann, von ich glaube 12 Jahren, kennen gelernt. Auf dem Schiff durfte ich mich dann gleich zu Ihnen setzen und meine Geschichte erzählen. Sie waren bei Freunden in Kelheim und sind mit den Rädern durch den Wald gefahren. Dem Sohnemann war das dann alles etwas zu viel und er wollte nur noch nach Hause. Aber ab Kelheim mussten sie wohl noch 5-7km zu den Freunden fahren. Der Papa so: „Na wenn’s um Fußball geht, hast du nie Problem mit der Ausdauer“ :D Am Ende haben wir uns verabschiedet und nochmal ganz kurz gesehen (Insider) ;) 

Anschließend ging es dann durch Kelheim auf den Radweg zurück. Aber als ich das Rewe-Center sah, hab ich nochmal eine kurze Pause im Schatten der Bäckerei Sipl gemacht. Zwei Dinge wusste ich recht sicher: Rewe hat kostenlosen Internetzugang und in der Bäckerei könnte ich bestimmt meine Radflaschen auffüllen lassen. Also Kaffee und Kuchenstücke geholt, mein Radoberteil hat mich als Radler ausgezeichnet und schon kam die Nachfrage wie lang die Tour den heute noch ist. Tadada: ich konnte von der Tour erzählen und auch draußen mal mein Radl zeigen ;) Die beiden Mädels waren schwer begeistert und haben mir gern die Radflaschen aufgefüllt und noch etwas Proviant mitgegeben. Vielen Dank nochmal dafür :-*

Gut gestärkt ging es dann weiter Richtung München und erstmal nicht Starnberg; dazu aber mehr im nächsten Blogeintrag. Zu meinem Leidwesen waren die nachfolgenden Städte/Dörfer jedoch recht nah beieinandergelegen und so hab ich mal versucht zwischen Hopfen und Spargel zu schlafen. Das eine Spargelfeld lag nämlich augenscheinlich brach, aber hatte einen schönen geraden gleichmäßigen Boden. Zur Erklärung: Man schläft im Zelt schon ganz ok, aber für mich ist vor allem wichtig, dass ich einen geraden Untergrund habe. Wenn ich zu einer Seite oder in Richtung Füße rutsche, weil da Gefälle ist, das nervt und man schläft einfach nicht so gut. Ich glaube aber genau an diesem „Zeltplatz“ hab ich das erste Mal auf der Reise auch was geträumt… Also ging es los: Zelt aufbauen, Gepäcktaschen vom Rad runter, Fahrrad mit den beiden Schlössern sichern, Fahrradtaschen unter dem Zeltvordach unterstellen, ab ins Zelt wegen Viehzeug, kurz was Essen, Zähne putzen, 21 Uhr die Sonne geht unter, schlafen. Aber irgendwie hatte der Bauer das anders gesehen und fuhrt noch bis 21:45 Uhr auf dem Hopfenfeld unter mir mit seinem Traktor durch und versprühte irgendwas. Meine ersten Gedanken: Alter was ein anstrengender Job, wenn man so lange arbeiten muss!! Und der zweite: Hat er mich gesehen? Da es mir keine Ruhe gelassen hat, bin ich kurz hingelaufen und wollte nachfragen. Ich hatte mit einem 45-60 jährigen alten, grobschlächtigen Bauern mit starkem bayrischen Akzent gerechnet und als die Fahrertür aufging sahs mir ein junger maximal 22 jähriger junger Bursche gegenüber :D Ich fragt ob es ok ist wenn ich da mal für eine Nacht zelte, er so „ja klar mach einfach“ ich so: „cool danke“ ;) Damit war die Nacht gegen 21:50 Uhr dann zum Glück gerettet

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Kommentare: 10
  • #1

    Vati (Dienstag, 30 Mai 2017 22:42)

    tolle Bilder !!!
    die Ruhmeshalle sollte man einmal gesehen haben. (waren vor einigen Jahren schon dort)
    weiterhin gute Fahrt und viele schöne Erlebnisse.

    Vati und Mutti

  • #2

    Michael Pech (Mittwoch, 31 Mai 2017 20:31)

    Hi Axel,

    hier ist der Papa des 13! jährigen Jammerlappens, der nur beim Fußball eine unbegrenzte Kondition hat. :-)
    Für uns waren es ab Kelheim dann doch noch 12km, was bei Tony für "Jubelstürme" gesorgt hat...
    Echt cool, was Du durchziehst, ich werde die Website gerne immer wieder mal nach neuen Impressionen checken. Und wenn Dein Fahrrad per Luftfracht mal weiter befördert werden muss, dann lass es mich wissen, da habe ich connections...:-)
    Allzeit gute Fahrt und gutes Wetter!

    Gruß von Tony, Grit und Micha!

  • #3

    Axel K. (Mittwoch, 31 Mai 2017 21:18)

    Hi Michael. Super cool von dir/euch zu hören!!

    Als ich deinen Kommentar gelesen hab, musste ich wieder derbe grinsen :D War echt ne kurze aber schöne Zeit mit euch! Nach derzeitiger Planung geht es ab dem Iran nach Kasachstan. Dort in die Hauptstadt Astana und dann mit dem Flieger irgendwo nach Nepal bis Bangkok. Wohin ich nun genau fliege, muss ich mit Caro aus Hof nochmal besprechen. Sie kennt sich da durch ihre vielen Reisen in der Region schon viel viel besser aus :) Von Pakistan wurde mir ja schon 2mal wegen Entführungen abgeraten... wenn es soweit ist, schreib ich dich aber nochmal vorher an :)

    Da ich heute etwas Zeit hatte, hab ich ein neues Feature implementiert: oben in der Leiste gibt es nun auch einen Newsletter; weil manchmal schreib ich eine Woche nicht und dann kommen gleich 3 Artikel in 2h online. Damit verpasst oder übersieht man dann keinen mehr :)

    Ich fahr ab morgen 2 Tage nach Innsbruck und bin dort am Samstag wandern und bin dann die ganze nächste Woche in der Region um die Seiser Alm (östlich von Bozen) wandern. Da wird es kein Internet geben ;) danach geht es aufm Rad in 3 Tagen nach Slowenien und dann wird im Triglav Nationalpark gewandert und ebenfalls auf Hütten übernachtet

    LG an euch 3

  • #4

    Claudi Schaffer (Donnerstag, 01 Juni 2017 07:28)

    Hi Axel
    Der Bericht ist großartig! Wir waren letztes Jahr auch dort und beim Lesen war ich sofort wieder in Urlaubsstimmung! Danke für den schönen Start in den Tag.
    Viel Spaß noch und LG
    Claudi

  • #5

    Micha (Montag, 05 Juni 2017 13:05)

    Hallo Axel,
    wieder ein schöner Eintrag und Klasse Impressionen von deiner Reise.
    Den Newsletter werde ich auch gleich nutzen, toller Service.
    Einen lieben Gruß auch von Liane.
    Damit kannst du nun auch den Micha zuordnen. ;-)

  • #6

    Oma Gitti (Montag, 05 Juni 2017 13:59)

    hallo Axel,tolle Berichte,freu mich immer,wennich was von dir lese,super,das du keine Berührungsängste hast und die Leute ansprichst.Hast duvon deinen Vatiund von Opa Erhard..Ich wünsch dir eine schöe Woche.Omi

  • #7

    Gudrun (Dienstag, 06 Juni 2017 09:31)

    Hi Axel, ist ja wirklich toll, was du seit unserem Kennenlernen in Felsberg alles erlebt hast.
    Mein Mann und ich wollen auch ein paar Tage mit dem Rad weg. Zu meinem Bedauern will er sich nicht auf das Abenteuer mit Zelt einlassen.
    Werde dich weiterhin auf deinem Blog begleiten und wünsche dir alles Gute, nette Bekanntschaften, gute Gespräche und bleib weiterhin gesund.
    LG Gudrun

  • #8

    Axel (Donnerstag, 08 Juni 2017 17:14)

    Hallo Gudrun. Freut mich sehr das dir/euch der Blog gefällt. Ja es ist jetzt schon echt viel passiert und das war gerade mal 1 Monat ;)

  • #9

    Axel (Donnerstag, 08 Juni 2017 17:21)

    Hallo Micha und Liane. Ja jetzt weiß ich wer der Micha ist ;) Schön das ihr dabei seit und mich auf meiner Reise begleitet :) Liebe Grüße aus Lienz in Österreich

  • #10

    Axel (Donnerstag, 08 Juni 2017 17:25)

    Hallo Oma. Auch liebe Grüße an dich ;) Ja auf die Menschen zugehen ist auf der Radreise recht leicht und man hat ja auch gleich ein Thema zum quatschen. Hab heute im Tourismus-Center von Lienz auch gleich mal mein Englisch trainieren können: eine Familie aus Neuseeland reist gerade durch Europa. Mit Auto und 3 Rädern. Der kleine Junge wollte gleich mal meine bisherige Tour aufm Laptop gezeigt haben ;)