3-Tage-Wanderung zum Triglav

WARNUNG: Hoher Neidfaktor(!), grandiose Panoramen und Überlänge in Text und Bild --> das mit Abstand geilste Erlebnis bis jetzt auf der Reise. Die Bilder vom Gipfel werden für immer im Kopf bleiben!! Ähnlich schön war nur der vordere Drachenkopf mit Silke und Christian und dem Blick auf die Zugspitze (plus Coburger Hütte und Seebensee)

 

Am 14.06 war der Startschuss für die Hüttentour auf den Triglav. Tagesziel war eine Hütte bei den 7 Seen. Am nächsten Tag wurden an den 7 Seen recht flach gewandert und die Landschaft genossen. Der Triglav sollte an diesem oder nachfolgenden Tag in Angriff genommen werden. Am letzten, dritten Tag war der Abstieg geplant.

Zur Vorbereitung habe ich am Vortag den Rucksack schon einmal vorgepackt. Nach den Erfahrungen am Ampferstein (30°C angesagt und keine Regenjacke mitgenommen) war ich diesmal besser vorbereitet: alle Regenklamotten mitgenommen, viel Energie (Snickers, Äpfel, Studentenfutter, Twix), Hüttenschlafsack, Badelatschen (ja war sinnlos!), Handy, Kamera mit 2 Ersatzakkus (es sollten am Ende 601 Bilder sein) und noch etwas mehr… es ging mit dem Fahrrad vom Grundstück zum See Bohinjsko jezero. Dort habe ich das Fahrrad bei einem Restaurant unterstellen können und noch etwas mit dem super freundlichen und zutraulichen Hund spielen können ;)

Dann ging es los; aber auch gleich die erste Pause bei dieser wunderschönen Stelle mit Brücke. Der Nebel liegt ca. 2m hoch auf fast allen Bildern:

Weiter ging es dann zum Wasserfall Savica. Einfach wunderschön und wenig Touristen da, obwohl man auch einfach mit dem Auto hätte hochfahren können. Dann ging es im Nebeldunst weiter durch den Wald. Ich hatte nebenbei noch einen Australier kennengelernt, der immer ein halbes Jahr auf dem Flughafen arbeitet und dann ein halbes Jahr durch die Welt reist. Diesmal war Europa dran. Er ist per Bus unterwegs und fuhr am nächsten Tag für 56€ bis nach Nizza!! Mehr als den Rucksack auf dem Bild hatte er nicht dabei ;)

Wir haben uns dann gemeinsam den Crno-Jezero-See angeschaut und sind dann getrennte Wege gegangen. Und wo wir gerade bei Wegen sind: es war durch den Nebel und einsetzenden leichten Nieselregen sehr rutschig im Wald oder Urwald oder Märchenwald J Da musste man sich schon sehr konzentrieren.

Aber um nochmal auf die Wege zurückzukommen: die Beschilderung ist äußerst zurückhaltend ausgeübt!! Ein Schild unten am Wasserfall hat mir 3h bis zu meiner Hütte angesagt, aber danach kam nie wieder eine Zeitangabe… Bei dem Wetter und nur Wald fast ohne jeden Ausblick war das schon etwas demotivierend. Alle Wege sind auch gleich mit einem weißen Kreis mit rotem Punkt in der Mitte gekennzeichnet. Aber ob man noch auf dem richtigen Weg ist, verrät es einem eben nicht. Oben wurde es dann etwas besser, aber erreichte niemals das Niveau von deutschen, italienischen oder österreichischen Wegführungen. Oft war an einer Weggabelung auch nur ein, zwei Worte auf den Stein mit roter Farbe geschrieben… naja der Regen wurde immer heftiger und ich hoffte endlich meine Hütte zu erreichen. Die Regenklamotten hatte ich schon länger an, als der Regen in Starkregen mit Donner überging. Zum Glück habe ich nur ein paar Minuten danach meine Hütte gesehen und bin hingelaufen. So gut es eben ging: der Anstieg hatte schon sehr an meinen Kräften gezerrt. Völlig durchnässt bin ich dann auf der Hütte vor den 7 Seen angekommen. Ich stand noch mit einem Pärchen im Eingangsraum die auch völlig durchnässt waren und deutsch geredet haben. Wir kamen schnell ins Gespräch und ich habe Nina und Daniel aus Leipzig kennengelernt. Wir haben dann noch gemeinsam zu Abend gegessen (nur auf der letzten richtig großen Hütte kurz unter dem Triglav hat das Essen wirklich gut geschmeckt; sonst hat man eher nur Nährstoffe aufgenommen…).

Am 15.06 sind wir dann zusammen die 7 Seen gewandert und haben eine von zwei Hütten in der direkten Nähe zum Triglav angesteuert. Von dieser südwestlichen Hütte sah das Wetter am Triglav aber nicht so wirklich gut aus: viele Wolken und Nebel. Wir mussten lange warten, um ihn überhaupt zu Gesicht bzw. aufs Foto zu bekommen (letztes Bild ist der Triglav)

Das Wetter am Triglav sah von der Hütte wo wir standen einfach nicht gut aus und so haben wir uns dann doch nicht auf den Weg auf den Gipfel gemacht. Nina und Daniel sind dann von 2400m auf eine Hütte mit 1800m abgestiegen und ich bin noch eine Stunde und 100m hochgewandert auf die andere nordöstlich gelegene Hütte: die Triglav Hütte. Diese Hütte ist die größte im ganzen Nationalpark und hat auch eine große Wetterstation mit dabei. Als ich dort angekommen bin, war mir schnell klar, dass das Wetter am Triglav doch viel besser ist als wir dachten. Es tat mir vor allem für Nina echt leid, weil sie gerne noch hochgemacht wäre. (erstmal der Weg zur Triglav Hütte mit Steinbock!?)

Und noch ein cooles, kurzes Video (langweilige Abschnitte laufen schneller) ;)

Blick auf den Triglav von der besseren Hütte:

Ich hab kurz mit den Leuten unterhalten die noch draußen bei einem Kaffee/Bier saßen und die sagten mir: gutes stabiles Wetter und wenig Leute unterwegs heute. Außerdem brauch man nur eine Stunde nach oben und eine weitere Stunde für den Abstieg. Also schnell mein Zimmer reserviert, Essen für 20 Uhr bestellt (es war 17:30 Uhr), Rucksack nur mit dem nötigsten und vor allem Wasser und Energie gepackt (1 Snickers, 1 Apfel und 1 kleines Apfelmuspäckchen) und ab auf den Berg. Am Anfang war noch ein schweres, recht steiles Schneefeld nach oben zu durchschreiten. Das Bild kommt aber später nach auf dem Abstieg, weil es da eine schöne Besonderheit gab ;) Also Schneefeld hoch und ab in den mit vielen Drahtseilen gesicherten Aufstieg. Ich hatte die ganze Zeit die Handschuhe an, es gab sehr viele, lange Drahtseilsicherungen und viele einfache Stufen. Somit war es eher eine Frage des Willens und der Kräfte nach einer schon anstrengenden, langen Wanderung zu den beiden Hütten. Ich hab mich gut mit Energie und Wasser versorgt und somit ging es dann doch ganz gut.

Die Schwierigkeit würde ich mit A-B angeben. Drahtseile und einfache Tritte; aber eben auch 200m freier Fall wenn was schief geht. Ich hatte keine Seile oder Klettersteigset dabei. Und nur mein Radhelm gegen Steinschlag ;) Man hat mich nach oben oft durchgelassen, das war echt nett und ich bin nicht aus dem Tritt gekommen. Obwohl es insgesamt „einfach“ war, kommt man natürlich trotzdem sehr stark aus der Puste auf einer Höhe von über 2600m ;) Ist halt die unbewusste Atmung die man auch kennt, wenn man einen steilen harten Berg hochfährt und oben einfach mal stehen bleibt...

 

Man kann bei dem Video auch den Ton ausmachen!! :D

Als ich dann endlich den Gipfel des Triglav erreicht habe, war ein SEHR GRANDIOSES Gefühl. Das Wetter war einfach toll: ein paar Wölkchen und ganz viel Sonne. Sonnenbrand incoming ;) Der Triglav ist auf jeden Fall einer dieser Gipfel die ich so schnell nicht vergessen werde und immer noch lange vor meinem geistigen Auge haben werde. 

Ich habe noch viele Bilder gemacht und konnte die Aussicht genießen, ehe es wieder auf den Abstieg ging. Dort habe ich nochmal eine kleine Apfelpause gemacht und tollem Blick gemacht. 

Und nun nochmal zu dem steilen Schneefeld: runter zu konnte man sich (rechts auf dem Bild) einfach hinsetzen und runterrutschen :D was ein Spaß!! Danach war die Hose zwar naß, aber Scheiß drauf. Trocknet wieder ;) 

Anschließend gab es Abendessen, endlich mal was Leckeres(!!) und dann hab ich noch 3 Grazer kennengelernt: ein echter Grazer und ein älteres Pärchen, die ursprünglich aus Slowenien kamen und jetzt in Graz arbeiten. Sie hatten selbstgebrannten Schnaps und Rotwein mitgebracht und ich durfte/sollte/musste probieren ;) Schnaps ist nicht so meins und ich konnte es zum Glück an einen slowenischen Bergsteiger abgeben :D

 

Hier noch der Ausblick aus meinem Zimmer:

Am nachfolgenden Tag bin ich alleine von 2500m auf ca. 500m abgestiegen. Oben mit schönem Ausblick hat es noch Spaß gemacht,...

weiter unten im Wald wurde es dann noch steiler und ohne Aussicht echt anstrengend. Wiedermal hat jede Zeitangabe gefehlt, wie lange ich noch bis zur Stadt am See habe… ich bin es einfach durchgewandert ohne Pause. Zum Glück war dann fast ganz unten erstmal eine Gaststätte!! Vorher nur noch kurz zum Wasserfall. Und auch dieser Koch konnte gut kochen! Anscheinend waren es echt nur die zwei kleineren Hütten oben die noch nicht auf Touristen bzw. gutes Essen eingestellt waren. Es war gerade erst Saisonstart gewesen. 

Beim Essen hab ich dann natürlich noch ein paar Leute kennen gelernt. Ein Pärchen mit Kind und eine große Reisegruppe mit Australiern, Engländern und Amerikanern. Anschließend noch kurz beim Wasserfall vorbei und weiter ab in die Stadt gewandert. Da hat mich Mark dann zum Glück mit dem Auto einsammeln können, hat mich zum Rad gefahren, das haben wir auch hinten reingehauen und dann ging es sehr entspannt zum Grundstück. Ich war auch ziemlich fertig von den 3 Tagen und vor allem dem letzten Tag mit dem ewig langen Abstieg um die 2000 Höhenmeter. Mark musste dann aber auch schon weiter noch eine Tour vorbereiten und somit war ich in der Stadt essen. Auf Marks Empfehlung im Restaurant des Hotels Tripic. Der Koch da hat es absolut drauf!!! 

Die Bärlauchsuppe hat MEGA gerochen und geschmeckt. Beim Hauptgang war das Fleisch super saftig lecker und die Peperoni hatte sogar richtig schärfe! Was ich festgestellt hatte, nachdem ich eine fast pur gegessen hatte :D Den Nachtisch habe ich dann gerade noch geschafft, bin zum Grundstück zurückgerollt und mich zufrieden, satt aber unendlich müde ins Zelt gelegt.

 

P.S.: Da der Triglav in den nächsten Tagen bis Wochen nicht mehr überboten werden kann, lasse ich die wunderschöne Soca dieses Jahr aus und fahre stattdessen nach Ljubljana. Vielleicht nächstes Jahr, wenn ich wieder beim Blumenfest mithelfe und dann zu Mark nach Slowenien rüberfahre und Aktivurlaub auf der Farm mache ;)

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Kommentare: 4
  • #1

    Mayer Günther (Dienstag, 20 Juni 2017 13:55)

    Hallo Axel.hast schon sehr viel gesehen in den letzten tagen. verfolge deine tollen berichte in wort und bild.
    habe schon richtiges fernweh wenn ich deine bilder sehe.ich hoofe auf ein wiedersehen in nächsten jahr beim blumenfest in pobersach. liebe grüße günther.

  • #2

    Oma Gitti (Dienstag, 20 Juni 2017 21:12)

    Hallo Axel,das sind ja super Bilder,ich fiebere immer mit wenn ich sie ansehe,auchdeineBerichte sind super geschrieben.Das wirst du dein leben nicht vergessen,mach weiter so,bin ganz stolz auf dich.herzlichstOmi Gitti,die immer an dich denkt

  • #3

    Mutti und Vati (Dienstag, 20 Juni 2017 22:03)

    Hallo Axel.

    Einfach nur toll. Nicht nur die Bilder, auch deine Reisebeschreibungen!

    Weiterhin viel Erfolg und gönn dir auch mal einen Ruhetag (oder 2).

  • #4

    Ossi+Karin-Südtirol (Samstag, 24 Juni 2017 12:38)

    Hallo, Triglav waren wir auch, schöne Beschreibung. Wir sind am Camping in Osor, direkt an der Brücke, direkt am Wasser. Schau vorbei, Lg